20.04.2012 campus-leben

Frankfurt liest ein Buch

Auszubildende der Buchbranche im Gespräch mit Silvia Tennenbaum und Prof. Franz Hebel.

Unter dem Motto Literatur als Möglichkeit der Begegnung zwischen den Generationen öffnete die Budge-Stiftung am 19. April, dem Holocaust Gedenktag in Israel, ihre Türen für Bewohner des Hauses, Schüler und Dozenten des mediacampus und zahlreichen interessierten Gästen.

Im Voraus hatte sich eine Lese-AG des mediacampus, unter der Leitung von Literaturdozent Osama Ishneiwer, intensiv mit dem Roman "Straßen von Gestern" von Silvia Tennenbaum auseinandergesetzt.  Als Motto der Lektüre diente ein Zitat von Ernst Toller:»Um ehrlich zu sein, muss man wissen. Um tapfer zu sein, muss man verstehen. Um gerecht zu sein, darf man nicht vergessen.« Zeitgleich beschäftigte sich auch der  von Herrn Prof. Hebel geleitete Lesekreis der Budge-Stiftung mit dem Werk der Autorin.


Nach der Einführung von Herrn Rauber, Geschäftsleiter der Budge-Stiftung, welche auf die historischen Parallelen zwischen "Straßen von Gestern" und der Stiftung hinwies, bot die Podiumsdiskussion mit Silvia Tennenbaum, Prof. Hebel, Moderator Lothar Ruske und den drei Teilnehmern der Lese-AG ausreichend Platz zum offenen Austausch von Fragen und deren Beantwortung. Als roter Faden durch die generationsübergreifende Diskussion diente die Bedeutung der Literatur als das Mitteilen von Erfahrung von Generation zu Generation.


Ein "Dialog der Wahrheit" nannte es Tennenbaum und erwartete gespannt die kommenden Fragen der Nachwuchsbuchhändlerinnen und Buchhändler der Lese-AG: Kay Colmorgen, Nadine Röcho und Katharina Grothe. Diese fanden über Zitate aus dem Buch zum Gespräch mit ihr und stellten ihre Fragen mit viel Respekt und Achtung. Grundlagen für solch eine Diskussion seien Erinnerungen, in diesem Fall Erinnerungen in literarischer Gestalt,  erklärte Katharina Grothe. Den Roman "Straßen von Gestern" schrieb Tennenbaum gegen das Vergessen, berichtete die Schriftstellerin. Sie habe die literarische Form des Romans gewählt, damit sie die Figuren des Romans freier gestalten konnte, gleichwohl habe der Roman autobiografische Züge. "Dieses Buch schenkt das Miterleben einer jüdischen Familie, wie ich es nie erleben durfte", so Prof. Hebel, der selbst in der Nazizeit aufwuchs und betonte mit seinen Worten, welch eine große Bereicherung dieses Buch für ihn sei.

Anschließend bot ein Büchertisch den etwa 160 Gästen die Möglichkeit, ein Exemplar von "Straßen von Gestern" zu kaufen und von Silvia Tennenbaum signieren zu lassen.

 

Ein Bericht von Annabelle Cummerow, Teilnehmerin des Berufsschullehrgangs am mediacampus und Auszubildende bei Hugendubel.

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