09.04.2013 news

Top-Referenten und viele Einblicke

So waren die MediaDays

Branchenübergreifendes Know-how, Best-Practice-Modelle, innovative Einblicke in die Kreativwirtschaft – das waren die Schwerpunkte der ersten MediaDays «Chancen durch Wandel», die vom 7.-9. April in Kooperation mit dem Börsenblatt stattfanden. Rund 50 Teilnehmer aus Verlagen und Buchhandlungen waren an den Campus gekommen und sahen ein abwechslungsreiches Programm mit hochkarätigen Referenten.

Der Stellenwert des Internets und insbesondere des mobilen Markts wird immer deutlicher. Wie die verschiedenen Bereiche der Kreativwirtschaft darauf reagieren, zeigten die Fachvorträge. Besonders das Thema Technikkompetenz zog sich wie ein roter Faden durch die Tagung.

Hier erhalten Sie eine Auswahl der Thesen unserer Referenten:

Dr. Peter Frey, Chefredakteur des ZDF:
Fernsehen muss im Internetzeitalter neu gedacht werden, aber seine Wirkkraft ist nach wie vor da. Jetzt sind neue Erzählformen möglich und Social Media unabdingbar, wodurch der Rückkanal geöffnet ist und Journalisten neue Aufgaben erfüllen müssen. Offline-Redakteure mussten aber auch vom Twittern überzeugt werden – letztendlich packte sie die Eitelkeit.
Qualitätsjournalismus steht weiterhin im Fokus und die Medien sollen die Kräfte sein, die die Gesellschaft zusammenhalten. Krise im Print liegt nicht allein am Internet, auch unrealistische Gewinnerwartungen sind ein Grund dafür.

Thorsten Schliesche, Geschäftsführer Napster Deutschland:
Musik wird sozial und es muss neue Wege geben, Musik zu empfehlen. Momentan sucht man nach den richtigen Geschäftsmodellen. Musikflatrates in Kombination mit Telefonanbietern könnte eine Lösung sein. Man sollte sich nicht von Hardwareunternehmen den Weg diktieren lassen, die Kunden werden immer einen Weg finden, Content zu erhalten.

Andreas Winiarski, Head of Public Relations, Rocket Internet:
Obwohl die Menschen immer auch offline bleiben werden, sind neue Varianten des Wirtschaftens dringend nötig. Leihen statt Kaufen wird eine dieser Formen sein. Das Innovationstempo zwingt zu mutigen Investitionen – gerade Verlage dürfen nicht zögerlich sein.

Dr. Holger Schmidt, Journalist (FOCUS) und Blogger (Netzökonom):
Online-Werbung ist nicht die alleinige Antwort und bei mobiler Werbung fängt man im Grunde wieder von vorne an. Paywalls und Online-Werbung können in Kombination erfolgreich sein. Daten-Journalismus, Vernetzung der Redaktionen, Leser als Diskussionspartner und Technikkompetenz sind die entscheidenden Punkte, die im Fokus stehen und vorangetrieben werden müssen.

Till Weitendorf, Geschäftsführer, Oetinger Verlag:
Kinder können in der digitalen Welt abgeholt werden, um sie auch zum gedruckten Buch zu bringen. In Zukunft muss stärker aus der Sicht des Kunden gedacht werden. Weniger besitzen, mehr nutzen wird im Vordergrund stehen.

Jens Klingelhöfer, Geschäftsführer, Bookwire:
Auch wenn in Deutschland nicht alles 1zu1 vom US-Markt übernommen werden kann, ist digitaler Content gefragt wie nie. Der Verzicht auf DRM ist entscheidend, genauso wie ein offenes Format. Verlage sollten in möglichst vielen Vertriebskanälen verfügbar sein und das Handelsmarketing vorantreiben. Besonders Kooperationen bieten hier neue Möglichkeiten.

Jessica Seis, Head of  Research,  Universal McCann:
Social Media wächst nach wie vor enorm und wird durch die Verbreitung von Smartphones noch weiter zunehmen. Trotz Datenschutzbedenken wächst die Bereitschaft Persönliches Preis zu geben. Und trotz Social-Media-Auftritten werden Marken-Websites nie ihre Bedeutung verlieren. Entscheidend ist, seine Zielgruppen zu kennen und den Kundenservice voranzutreiben. Verlage haben im Social Web den klaren Vorteil, dass sie Inhalte zur Verfügung haben, mit denen ihre Zielgruppen im Netz bedient werden können. 

Mirja Wagner, Leiterin Database Operations, IDG Business Media GmbH:
Durch verschiedene Abo-Modelle können die Kunden sehr gezielt angesprochen werden. Big Data ist eines der Schlagworte, um im eCommerce erfolgreich zu sein. Aber auch nur mobile reicht nicht, die direkten Kundengespräche auf Messen oder Veranstaltungen sind wichtig für die Kundenbindung.

In den Workshops mit Julia von dem Knesebeck, Geschäftsführerin bilandia | Buchmarketing 2.0, Reto Kiefer, Geschäftsführer, Reto M. Kiefer Consulting, und Andreas Winiarski erarbeiteten die Teilnehmer folgende Thesen:

  • Kunden verändern sich
  • Ziele überdenken und ausrichten
  • Inhalt bestimmt den Preis
  • Untergang der eReader
  • Neue Megatrends (mobile, Internet+TV, HTML 5, Social Media+eCommerce)
  • Fokussierung
  • Medienhaus als Contentlieferant
  • Ausschluss des unabhängigen Buchhandels
  • «Carpe Content»
  • Teile und Herrsche
  • Kenne Deine Kunden

Neben den Inhalten stand das Networking bei den MediaDays im Vordergrund. Ob in den Kaffeepausen oder beim Get-together – die Teilnehmer diskutierten die Thesen weiter, tauschten sich aus und knüpften neue Kontakte.

Ein herzlicher Dank gilt an dieser Stelle den Referenten und Teilnehmern. Der Dialog ist eröffnet, wir freuen uns sehr auf das nächste Mal.

Hier finden Sie das Programm zum Nachlesen.

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