23.05.2014 campus-leben

Die Kurt Wolff Stiftung

zu gast am mediacampus

Der Einladung der Kurt Wolff Stiftung (KWS) waren am Abend des 15. Mai über 30 Schüler gefolgt, um sich über Ziele und Förderung dieser gemeinnützigen Institution berichten zu lassen. Stefan Weidle (Weidle Verlag, Bonn), Vorsitzender des Vorstands der KWS, und Peter Kirchheim (P. Kirchheim Verlag, München) waren als Vertreter zweier zur Stiftung gehöriger Verlage zu diesem Zweck eigens angereist.

Die beiden Verleger eröffneten ihre Vorstellung mit einem kurzen Abriss über die Gründung der KWS im Jahr 2000, den sie mit einer Schilderung des bewegten Lebens von Kurt Wolff (1887-1963) abrundeten. Wolff, vielleicht der bekannteste Verleger expressionistischer Literatur, musste 1938 aus politischen Gründen aus Deutschland fliehen. In seinem Exilland, den USA, war er weiterhin als Verleger tätig.

Die KWS, an der insgesamt 65 Verlage beteiligt sind, hat sich der Förderung einer vielfältigen Verlags- und Literaturszene in Deutschland verschrieben, was sie u. a. durch regelmäßige Verleihung des Kurt Wolff Preises beispielsweise für ein herausragendes Verlagsprogramm eines Verlegers oder den Förderpreis für ein vorbildhaftes Einzelprojekt umsetzt. Im Rahmen ihrer Vorstellung machten sich Weidle und Kirchheim analog zu dieser Förderung auch für die Förderung des unabhängigen Buchhandels stark. Für beide stand dabei außer Zweifel, dass die Buchhandlung ein kultureller Ort ist. Durch Veranstaltungen in Buchhandlungen, so Weidle und Kirchheim, kommen Menschen mit Büchern in Kontakt und können sich darüber austauschen.

Im Anschluss stellten beide Verleger ihren Weg in die Buchbranche und ihren jeweiligen Verlag und dessen Schwerpunkt vor. Während Weidle zu Beginn seiner Verlegerkarriere vor allem an Exilliteratur interessiert war, hat Kirchheim in den letzten Jahren seine Leidenschaft für zeitgenössische iranische Literatur entdeckt. Der Abend entwickelte sich zu einem fesselnden Gespräch zwischen den Schülern und den zwei Verlegern, die beide auch als Übersetzer tätig sind. Weidle und Kirchheim machten dabei deutlich, dass es ihnen vor allem um gut gemachte und lektorierte Bücher geht. Dies ging bei beiden einher mit einem klaren Bekenntnis zum gedruckten Buch, welches sie übereinstimmend als Zusammenspiel vieler über den reinen Inhalt hinausgehender Faktoren sahen.

Kirchheim überraschte die Schüler am Ende mit verschiedenen Titelbildern zu Büchern aus seinem aktuellen Programm, indem er sie um ihre Einschätzung bat, welches aus dieser Auswahl das beste Cover sei. Nach anderthalb Stunden endete eine gelungene Abendveranstaltung, die sich dann im kleinen Kreis noch fortsetzte.

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