20.05.2015 campus-leben

Abendveranstaltung mit dem Verlag C.H.Beck

Johannes Willms zu Besuch

Ganz und gar nicht so kriegerisch wie der Titel «Waterloo. Napoleons letzte Schlacht» vielleicht vermuten lässt, gestaltete sich der Abend des 19. Mai mit dem Historiker und Journalisten Johannes Willms, der sein neuestes, im Münchener Verlagshaus C.H.Beck erschienenes Buch vorstellte. Willms traf mit den Schülern des 188. Berufsschulblocks auf ein geradezu begeistertes Publikum von mehr als 60 Auszubildenden.

Seine Vorstellung begann der langjährige Leiter des Feuilletons der Süddeutschen Zeitung, Frankreichkorrespondent und ausgewiesener Kenner der Geschichte seines Gastlandes mit einer kenntnisreichen und dabei mehr als unterhaltsamen Tour d‘Horizon durch die Endphase der napoleonischen Zeit. Im Mittelpunkt stand dabei der Versuch des französischen Kaisers, nach seiner ersten Niederlage 1814 im darauf folgenden Jahr die Macht in Frankreich und die Vormachtstellung in Europa noch einmal an sich zu ziehen. Mit der Schlacht von Waterloo, benannt nach einem Ort südlich von Brüssel, endeten diese Ambitionen Napoleons und er ging – diesmal ohne Rückkehr – ins Exil. Bei seinen Ausführungen beschränke sich Willms keineswegs auf militärhistorische Aspekte, sondern verstand es vielmehr meisterlich, die vor 200 Jahren stattgefundene Schlacht in einen politischen und historischen Kontext zu stellen und dabei viel Gespür für das Publikum zu beweisen. Anhand dreier prägnanter Stellen konnte der Autor zudem ein anschauliches Bild seines Buches vermitteln.

Ausgangspunkt seiner Beschäftigung mit der Schlacht von Waterloo war eine ebenfalls bei C.H.Beck erschienene Biografie zu Napoleon, die 2005 veröffentlicht worden war. Anlässlich des 200. Jahrestags der Schlacht wollte er nun diesen Faden wieder aufgreifen. Anschaulich charakterisierte Willms, dessen journalistische Karriere beim Hessischen Rundfunk begonnen und ihn über das ZDF zur Süddeutschen Zeitung geführt hatte, die Konzeption aller seiner Bücher. Ihnen allen ist gemein, dass Willms großen Wert auf eine ansprechende Gestaltung legt, wie man auch bei dem vorgestellten sehen konnte. Ebenso stellte er heraus, dass Geschichtsschreibung aus seiner Sicht als Teil der Literatur zu verstehen ist.

Das Publikum nutzte zu guter Letzt die Gelegenheit, dem Historiker Fragen zu seinem Buch, dem Rechercheaufwand und -prozess, der einem solchen Werk zugrunde liegt, und seinen nächsten Projekten zu stellen. Darüber hinaus interessierten sich die Auszubildenden sehr für Willms journalistische Tätigkeit, war er doch einer derjenigen, die das bekannte ZDF-Format «Das literarische Quartett» aus der Taufe gehoben haben.

Auch hier konnte Willms sein Publikum mit fesselnden Erzählungen für sich einnehmen und sorgte so für einen Abend, der lange in Erinnerung bleiben wird. Wir danken Johannes Willms und dem Verlag C.H.Beck für eine wunderbare Abendveranstaltung sowie die zur Verfügung gestellten Leseexemplare.

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