17.01.2019 news, veranstaltungen

Mit Herder auf amüsanten Zeitreisen

200-jährige Verlagsgeschichte am Campus

Mit Humor und Augenzwinkern nimmt der Verleger Manuel Herder die etwa 40 Auszubildenden, die sich am Abend des 16.01.2019 in der Piper-Lounge versammelt hatten, mit auf eine Zeitreise und erzählt lebendig aus der 200-jährigen Verlagsgeschichte.

Kurzweilig berichtet er, was mit den «Montanen» und «Ultramontanen» auf sich hatte und wie der Herder Verlag zu «Gottes eigenem Verlag» wurde. Oder wie man es schafft, mit der japanischen Kaiserin über ihre Gedichte zu sprechen.

Auf die Frage hin, ob es einfach war, weitere Autoren und Bücher anderer Religionen in das doch sehr katholisch geprägte Verlagsprogramm zu holen, entgegnete Herder, dass es sein Vater gewesen sei, der schon in den 50er Jahren eine Gesamtausgabe von Edith Stein herausgebracht hat. Er selbst hat Titel des Dalai Lama in das Programm aufgenommen.

Auch war nicht immer klar, dass er selbst einmal den Verlag übernehmen würde. Während seines Studiums stand seine Entscheidung dann fest. Schön sei, dass der Bruder den spanischen, die Schwester den Verlag in New York übernommen hätten.

Bei einem Glas badischem Spätburgunder auf Einladung des Verlegers kommt der Austausch mit den Auszubildenden auf das Thema Digitalisierung zu sprechen. Als Amazon gegründet wurde, hätte Herder und die ganze Branche bessere Voraussetzungen gehabt, ein solches Onlineverkaufsportal für Bücher aufzubauen, doch keiner kam auf die Idee oder hätte es technisch hinbekommen. Ganz anders ist mittlerweile die Denke im Verlag: «Paradigmenwechsel ist etwas, was im Kopf stattfindet. Keine Frage der Technik.»

Auch zur Fusion von Thalia und der Mayerschen Buchhandlung wurde sich ausgetauscht: «Hier kommt viel Gutes zusammen. Wir verstehen uns gut und mit den komplementären Kräften, die dabei zusammenkommen, können wir gemeinsam etwas schaffen, dass jeder von uns für sich nicht geschafft hätte.»
Und er schließt an: «Um die Zukunft des Buches mache ich mir keine Sorgen.»

Vielen Dank, lieber Manuel Herder, für den informativen, kurzweiligen, schönen Abend und den leckeren Spätburgunder!

Mehr aus dem Bereich news, veranstaltungen