22.01.2019 campus-leben

Politik und Literatur

Verlagsabend der Kurt-Wolff-Stiftung

Am Abend des 22. Januars fand in der Piper-Lounge der traditionelle Verlagsabend mit der Kurt-Wolff-Stiftung statt. Aus den vielen Gründen, warum diese Abende mit der Stiftung so wichtig sind, möchte ich an dieser Stelle einen hervorheben: Nur dank der Unterstützung durch die Stiftung haben viele Verlage überhaupt erst die Möglichkeit, sich einem größeren Kreis von Buchhändler*innen am mediacampus zu präsentieren und auf sich aufmerksam zu machen.

Für den Vorstand der Stiftung war diesmal Verleger Jörg Sundermeier (Verbrecher Verlag) vor Ort; mit dabei war Else Laudan, Verlegerin des Argument Verlags.

Mit knapp 30 Schüler*innen war es zwar ein kleinerer Rahmen, aber dafür ein umso intensiverer Abend der Begegnung. Sundermeier stellte gewohnt gekonnt unterhaltsam die Stiftung und kurz seinen Verlag vor, so dass Verlegerin Laudan die Möglichkeit hatte, ausführlich und nicht weniger kurzweilig auf die gesamte Vielfalt des Argument Verlags einzugehen.

Der Argument Verlag, traditionell Haus linker Theorie und Wissenschaftskritik, entstand 1959. Autor*innen wie Stuart Hall, Antonio Gramsci, Frigga und W. F. Haug, Donna Haraway, Klaus Holzkamp oder beispielsweise Bob Jessop liefern das notwendige Handwerkszeug aktueller Gesellschaftskritik.

Gegenwärtig ist der Verlag den meisten Buchhändler*innen wegen seiner Bedeutung als Krimiverlag bekannt. Die berühmte Ariadne Krimireihe ist überaus beliebt bei Krimifans und fester Bestandteil einer jeden Krimibibliothek bzw. –abteilung: «Ariadnes Politkrimis und Noirs handeln (oft knallhart) von den dunklen Seiten der Wirklichkeit. Blinde Flecken, Verdrängtes und Verschwiegenes: Unsere Autorinnen machen es zum Thema. Ariadne ist ein Gegengewicht zur noch immer patriarchal dominierten Erzählhoheit und ein Ort für kluge, relevante und oft innovative Kriminal- und Verbrechensromane von deutschsprachigen und internationalen Schriftstellerinnen.» (Homepage des Verlags) Ein aktueller Artikel der Verlegerin zum Thema gesellschaftskritische Bezüge in Krimis ist vor kurzem auf börsenblatt.net erschienen («Thrill und Kritik»). Letzter Coup der Verlegerin: Sara Paretzkys Krimi «Kritische Masse», seit kurzem auf der Krimibestenliste der FASZ und dem Deutschlandfunk Kultur.

Vielen Dank, lieber Jörg Sundermeier und liebe Else Laudan für diesen schönen und informativen Abend!

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