07.06.2021 campus-leben, veranstaltungen

Von Pyjamas und Diktiergeräten

Jasmin Schreiber am mediacampus

Was haben Asseln, Einsiedlerkrebse und ein Rotkehlchen gemeinsam? Sie alle sind derzeit sesshaft in der Wohnung der jungen Autorin Jasmin Schreiber, die von Frankfurt aus seit etwas über einem Jahr ihre wunderbaren Romane veröffentlicht. Am 07.06.21 durften wir sie am mediacampus zusammen mit Uwe Kalkowski vom eichborn Verlag live digital erleben und kennenlernen.

Dabei erzählte sie uns von ihrem Debütroman „Marianengraben“, einem der erfolgreichsten Debütromane des vergangenen Jahres, sowie von ihrem diesjährigen zweiten Roman, „Der Mauersegler“, auf den wir, ohne vorweg greifen zu wollen, spätestens jetzt sehnsüchtig warten und der am 27.08.21 im eichborn Verlag erscheint.

Der Abend begann mit kurzer Verspätung von Seiten der Autorin, da das fütterungsbedürftige Rotkehlchen, das aus dem Nest gefallen und nun von Jasmin Schreiber wieder aufgepäppelt wird, definitiv Vorrang hatte. Die Fütterung wurde von den zugeschalteten Teilnehmer:innen mit Begeisterung beobachtet. 

Die Veranstaltung selbst fand digital über Adobe Connect in Form eines locker moderierten Gesprächs zwischen Kalkowski und Schreiber statt, wobei für die Zuschauer:innen jederzeit die Möglichkeit bestand, Fragen zu stellen und zu kommentieren. Dies wurde von den nahezu 80 Teilnehmer:innen mit viel Freude wahrgenommen, denn Jasmin Schreiber hat uns alle mit ihrer offenen, authentischen Art sofort begeistert.

Im Gespräch ging es unter anderem um die ausgefallene Lesereise zu „Marianengraben“. Ersetzt wurde diese durch zahlreiche Livestream-Lesungen im Stil des heutigen Abends, die von Schreiber irgendwann kurzerhand zu „Pyjama-Lesungen“ erklärt wurden. Damit wurde sie auch zum Vorbild für viele andere Autor:innen und Verlage.

Auch die Zuschauer:innen bekamen im Folgenden ein paar wertvolle Tipps, als sich das Gespräch Schreibers Schreibprozess zuwandte. Besonders faszinierend war hierbei, dass sie ihren Debütroman Marianengraben nicht nur einmal, sondern zweimal verfasste, wobei die erste Version, Zitat Schreiber: „ein Scheißbuch“ gewesen ist mit völlig anderen Charakteren und Schwerpunkten. Außerdem erzählte sie, dass sie, um Dialoge möglichst echt wirken zu lassen, diese diktiert, aufnimmt und später abtippt, letzteres gerne auch mal mit ihrer Schreibmaschine. Auf die Nachfrage aus dem Plenum, ob sie einen besonderen Tipp für schreibfreudige Buchhändler:innen hätte meinte sie schlicht: einfach mal ein paar Adjektive weglassen.

Ein ganz anderes, nicht minder spannendes Thema war der Umgang mit social media. Gerade auf Twitter merke man eine Verrohung des Tons, speziell auch bei Schreiber als „nicht mega-deutsch aussehende“, junge Frau, die sowohl durch ihr Schreiben als auch z.B. durch ihren wissenschaftlichen Podcast bugtales.fm eine nicht unerhebliche mediale Präsenz innehat.

Ehe wir uns versahen, neigte sich die Veranstaltung auch schon dem Ende zu. Der Abend war definitiv ein bisheriger Höhepunkt im Veranstaltungsprogramm. Wir sind uns sicher und freuen uns darauf in den nächsten Jahren noch viel von ihr zu hören!

An dieser Stelle danken wir ganz herzlich dem eichborn Verlag für die Bereitstellung der Leseexemplare und speziell Uwe Kalkowski für die tolle Moderation des Abends. Der größte Dank gilt schließlich Jasmin Schreiber, die uns einen unvergesslichen Abend bescherte.

 

Berichterstattung von Jo Dick und Jule Warnecke des 218. Blocks.

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