15.06.2021 campus-leben, veranstaltungen

Aus der Mitte des Sees

Verlagsabend mit Diogenes

Am Abend des 15. Junis war es wieder soweit: Der Diogenes Verlag hat zu einem weiteren literarischen Abend eingeladen. Mit dabei waren der Autor Moritz Heger, der zusammen mit seiner Lektorin Ursula Baumhauer seinen Roman Aus der Mitte des Sees vorstellte.

Literaturdozent Osama Ishneiwer begrüßte zunächst den Autoren, seine Lektorin sowie die etwa 80 Gäste und stellte den Verlag kurz vor. Und zwar als einen, dessen erscheinende Titel immer unterhaltsam und inspirierend seien, mit dem man quasi großgeworden sei. – Man denke nur an die literarischen Werke von Friedrich Dürrenmatt, Jules Vernes, John Irving, Bernhard Schlink, Patrick Süskind und und und…! Nicht zu vergessen die ganzen jungen Bestseller Autoren wie Benedict Wells oder Joey Goebel. Mit Bezug auf den Abend mit der Oetinger Verlagsgruppe, bei dem als zentrales Thema die „Markenbildung“ besprochen wurde, machte Ishneiwer deutlich, das Diogenes der Verlag schlechthin sei, der sich als Marke einem breiten Publikum einprägte. Neben den großartigen Inhalten, nicht zuletzt auch aufgrund seiner vorzüglichen Typographie und Gestaltung.

Heger, geboren 1971 in Stuttgart, studierte Germanistik, evangelische Theologie und Theaterwissenschaften. Er erhielt 2007 den MDR-Literaturpreis und den dazugehörigen Publikumspreis. Neben dem Schreiben arbeitet er als Lehrer an einem Stuttgarter Gymnasium. „Aus der Mitte des Sees“ ist sein erster Roman bei Diogenes, nachdem 2008 sein Debütroman beim Verlag Jung und Jung erschien.

Der Schauplatz des Romans ist eine Benediktiner-Abtei, der Protagonist ein Mönch Ende dreißig namens Lukas, der sich mit Anfang zwanzig dazu entschließt, in ein Kloster einzutreten. Zur selben Zeit tritt auch sein späterer Freund Andreas ein, mit dem er sechzehn Jahre gemeinsames Klosterleben bestreitet. Bis Andreas beschließt, das Kloster zu verlassen, um eine Familie zu gründen. Lukas ist dermaßen verletzt, dass er in eine emotionale Krise gerät. Zu dieser Zeit sind im Kloster alle Augen auf Lukas gerichtet, den jüngsten der Mönche, da die Abtei bald führungslos sein wird. Das Kloster beherbergt Gäste, darunter eine junge, attraktive Frau, auf die Lukas trifft …

Das weitere Geschehen führt bei Lukas zu einer recht komplizierten Befindlichkeit. Diese Gefühlslage verdeutlicht Heger mit zwei beeindruckenden längeren Lesepassagen, die schließlich zu einer intensiven Diskussion zwischen Heger, Baumhauer, Ishneiwer und den Gästen führt, bei der es um die Frage geht, wie sich Menschen einander begegnen: Mit welchen Ängsten, Freuden, Erwartungen, Hoffnungen – vielleicht auch mit welchen Enttäuschungen.

In dem Roman trifft sehr Altes auf sehr Modernes. Man nimmt ein Kloster wahr, wie man es noch nie wahrgenommen hat: Probleme, Einsamkeit, innere Konflikte; aber auch Meditation, Ruhe, innere Einkehr. Die Geschichte über Glauben, Liebe und Gemeinschaft hat eine Gedankentiefe und eine mitunter atemberaubende fundamentale Wucht, die alle teilnehmenden Gäste tief beeindruckte!

Fazit: Unbedingt lesen!

Vielen Dank, lieber Moritz Heger für diesen schönen Abend und natürlich vielen Dank an alle vom Diogenes Verlag, die diesen Abend ermöglichten!

Ein Bericht von Michaela Klarhöfer

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