07.02.2022 campus-leben, veranstaltungen

immer zuerst auf die magier schießen!

markus heitz erzählt von aera, den zwergen und warum roulette das beste glücksspiel ist

Am 07.02. fand die 999te Abendveranstaltung der Seckbacher Festspieltage statt – und damit die vorletzte überhaupt. Mit dabei waren Markus Heitz (ja, DER Markus Heitz), Natalja Schmidt (Programmleiterin der Belletristik bei Droemer Knaur) und Osama Ishneiwer als Gastgeber. 108 Zuschauende waren live und in Farbe mit von der Partie um den Autor in schwarz-weiß zu erleben.
 
Das Abendprogramm beginnt mit einer Laudatio von Natalja Schmidt: Markus Heitz ist einer der erfolgreichsten deutschen Autoren und hat nicht nur zum Fantasy Genre über 40 Bücher beigetragen, von denen einige in die verschiedensten Sprachen übersetzt wurden.

Vor allem ist eins klar: Er hat Spaß am Schreiben seiner Werke. Denn Schreiben ist für ihn Vielfalt – als Autor hat er, passend zu seinen Ringen, die Macht alles zu tun, was er will. Auch gute Recherchearbeit macht ihm Spaß. So hat er sich für «Des Teufels Gebetsbuch» tief in den Bereich der Glücksspiele eingearbeitet. Sein Fazit: Roulette ist mit Abstand das fairste. Am allerliebsten schreibt er jedoch Bösewichte, da er die Herausforderung liebt, einen gut durchdachten und funktionierenden Gegenspieler zu schreiben.

Tatsächlich gibt es auch eine Sache, die er nicht gerne schreibt: Romance-Titel gibt es (zumindest offiziell) bisher noch keine von ihm. Er hat es zwar schon ausprobiert, aber nach 20 Seiten war klar, dass es für ihn nicht funktioniert. Fanfiction zu seinen Werken findet er aber immer super, egal welchem Genre sie angehören. Solange man damit kein Geld verdient.
 
Am bekanntesten ist Markus Heitz für seine Fantasy-Reihe «Die Zwerge», bei der er gerade am siebten Band schreibt. Das erste Buch entstand übrigens durch die Frage: Was passiert, wenn man einen Zwerg in ein neues Medium katapultiert? Auf jeden Fall jede Menge lesenswerte Bücher.
 
Das Hauptthema des Abends fängt spannend an – mit der ersten offiziellen Lesung aus dem zweiten Band rund um den Hard-boiled Ermittler Malleus Bourreau: In «Aera – die schwärzeste Nacht» sind alle jemals von Menschen angebeteten Göttern auf die Erde gefahren. Fast alle Götter – denn auf Jahwe, Allah und den Christengott wartet man vergebens. In dieser von Göttern bestimmten Welt, in der die ehemaligen Weltreligionen nur mehr Sekten sind, ist nur Malleus Atheist geblieben. Für Interpol geht er Verbrechen nach, in die göttliche Entitäten verwickelt sind. Da er die Götter für Humbug hält ist er auch besonders gut in seinem Job – kein Respekt, kein Problem. In seinem neuen Fall untersucht er den Tod eines Mannes, der von einer Götter-Statue erschlagen wurde. Gemeinsam mit seiner Kollegin findet er sich aber bald viel tiefer in göttlichen Geheimnissen und Intrigen wieder, als ihm lieb ist. Ein Glück, dass ihm ein gestaltwandelnder Stalker dabei den Rücken deckt: So erfahren wir live, wie die beiden zwielichtigen „Onkels“, die Malleus und Lagrande auflauern, sich am falschen Ende der schallgedämpften MPs eines englischen Schulmädchens wiederfinden.
Packend und typisch Heitz – absolute Leseempfehlung!
 
Neben Pen & Paper Ratschlägen ("Immer zuerst auf die Magier schießen") erfahren wir auch von der tragisch kurzen Karriere seines Shadowrun-Charakters Poolitzer, der anders als in den Büchern bereits den ersten Plot nicht überlebte – denn in der dystopischen Zukunft von «Shadowrun» sind Reporter mit Magiern gleichzusetzen.
 
Wer Lust auf noch mehr Markus Heitz hat darf sich darüber freuen, dass im Sommer diesen Jahres endlich die lang erwartete Tour «Meister der Phantastik» stattfindet, die passenderweise am 08.06. genau in Frankfurt startet. Mit von der Partie werden seine Autoren-Kollegen Bernhard Hennen und Kai Meyer sein.
 
Wir bedanken uns für den interessanten, sympathischen und gut durchstrukturierten Abend, inklusive einem kleinen Motivationskick damit alle mit im Boot sind.
 
Kayla-Sophie Heim und Maximillian Tragut vom 221. Block des mediacampus Frankfurt.


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