28.03.2022 campus-leben, veranstaltungen

Abendveranstaltung mit der Kurt Wolff Stiftung

Der größte Unterstützer der unabhängigen Verlage

Heute, am 28.03.2022, begann um 19:00 via Zoom die Abendveranstaltung, bei der uns die beiden Gäste Andreas Heidtmann und Daniel Beskos über die Kurt Wolff Stiftung berichteten sowie über ihre eigenen Verlage. Insgesamt nahmen 30 Schüler:innen teil.

Andreas Heidtmann ist schon seit vielen Jahren Mitglied der Kurt Wolff Stiftung und berichtete uns einiges über die Gründung, die Ziele und einige Projekte, die sie schon veranstaltet haben.

Im Jahr 2000 wurde die Kurt Wolff Stiftung gegründet. Der damalige Unterstützer war der Kulturstaatsminister Michael Naumann, derzeit ist es die Kulturstaatsministerin Claudia Roth von den Grünen. Der Sitz liegt in Leipzig. Der Vorstand besteht aus insgesamt 3 Mitgliedern, Dr. Katharina E. Meyer, Sarah Käasmayr und Daniel Beskos. Die Interessenvertretung besteht daraus, mehr auf die kleinen, unabhängigen Verlage aufmerksam zu machen und sich für eine Verlagsförderung einzusetzen, welche sich aber nur schwer in Deutschland durchsetzt.

Die Kurt Wolff Stiftung hat bisher 115 unabhängige Verlage in ihren Freundeskreis aufgenommen. Die Kriterien für diese Verlage, um den Freundeskreis beizutreten, sind: die Größe des Verlages, wie gut deren Arbeit ist, die Bücher eine tolle Struktur besitzen und natürlich, dass regelmäßig neue Bücher erscheinen. Außerdem wurde ein Katalog herausgebracht, in dem viele Infos und auch Unterschiede der 115 Verlage aufgelistet sind und in denen sie sich auch vorstellen.

Zu einem weiteren Projekt der Kurt Wolff Stiftung gehört der Indiebookday, der am 26.03.2022 stattfand. Damit wird der Tag des unabhängigen Verlegens „gefeiert“. Viele Leser:innen posten ihre Bücher von unabhängigen Verlagen und machen somit darauf aufmerksam.

Anfangs war es eine – wie hatte Herr Beskos es so schön beschrieben? – eine  Quatschidee! 2013 startete alles durch einen einzigen Post auf den über 1000 Leute aufmerksam wurden. Daraus wurde dann eine Riesenaktion die sogar im MDR ausgestrahlt wurde.

Im Laufe des Abends hat Andreas Heidtmann den poetenladen Verlag vorgestellt. Dieser war zuerst gar kein Verlag sondern entstand als Literaturportal, in dem junge und unbekannte Autor:innen ihre selbstgeschriebenen Gedichte und Texte veröffentlichen konnten. Dieses Forum wurde im Jahr 2005 gegründet. 2006 erschien das erste Magazin, welches die Texte des Forums enthielt und 2007 wurde der Verlag gegründet und brachte dort ein weiteres Magazin raus.

Da es ein kleiner unabhängiger Verlag ist, gehen sie bei der Veröffentlichung nach Interessen, Angeboten und Möglichkeiten. Durchschnittlich bringt der Verlag heute 8 bis 12 Bücher im Jahr heraus.

Das bisher bekannteste Buch war «Der gelbe Akrobat» von Michael Braun und Michael Buselmeier. Dieses Buch handelt von 25 Jahren gesammelten Gedichten zu denen die Autoren Kommentare und Kritiken geäußert haben.

Das neueste Buch, welches auch sehr erfolgreich war, ist «Rückruf» von Marie T. Martin, das 2020 erschienen ist und über das epochal in den Medien berichtet wurde.

Der poetenladen Verlag hat auch einen Lyrikband herausgebracht, der komplett anders ist.

Unser zweiter Gast der Veranstaltung war Daniel Beskos vom mairisch Verlag. Dieser wurde 1996 gegründet. In dem Verlag erscheint hauptsächlich Literatur, Debuts, Erzählbände und auch Musik und Hörspiele.

Das bisher erfolgreichste Buch war «Philosophie des Radfahrens», welches im Jahr 2013 erschien.

Es war ein fabelhafter Abend, der sehr informativ und interessant war. Es ist schön zu sehen, dass durch die Kurt Wolff Stiftung auch kleinere und unabhängige Verlage eine Stimme bekommen und nicht in der Masse des Konzerns untergehen. Hiermit möchte ich mich bei unseren Gästen bedanken!

Julie Fiedler, 222. Block

 

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