Letzten Donnerstag durften wir Astrid Lehmann über Zoom kennenlernen. Mit Ihrem Roman «Nur ein kurzer Sommer» hat Sie eine beeindruckende Liebesgeschichte geschaffen. Vertreten waren auch Alexander Schulz (Marketing und Vertrieb) und Ramona Füßinger vom Gmeiner Verlag, der seinen Sitz in Baden-Württemberg im – ich zitiere – «Nirgendwo» hat. Begrüßt wurden alle von Juliana, unserer Veranstaltungsleiterin.
Und so entstand der Gmeiner Verlag: Es gibt die künstlich erzeugte Sprache Esperanto und der Verlagsgründer sprach diese Sprache. Die erste Wörterkartei Deutsch-Esperanto kam aus dem Gmeiner Verlag. 1986 wurde er gegründet, wurde vor allem mit seinen Bodensee-Krimis bekannt und mischt heute hauptsächlich mit Krimis auf dem Buchmarkt mit, aber auch mit historischen Krimis, Bildbänden, Kunstbänden und Biografien. 86% des Umsatzes werden mit sogenannter Spannungsliteratur (also den Krimis) erzeugt.
Nun zu Astrid Lehman: Sie ist Deutsch-Französin und schreibt meistens vom Schwarzwald aus, wenn sie nicht gerade Schreiburlaub in der Bretagne nimmt. «Nur ein kurzer Sommer» ist letzten Monat erschienen. Die Handlung beginnt am 22.06.1940 in der Bretagne. Das heißt, wir befinden uns im Zweiten Weltkrieg. Eine Gebärende ist in einem französischen Klosterkrankenhaus untergebracht. Jedoch sind die deutschen Soldaten im Anmarsch. Darunter Helmut, der Hilfsarzt mit den Rehaugen. Nach seinen acht Semestern Medizinstudium und Einsatz an der Front, hat er nun das Gefühl, endlich etwas Gutes zu tun, indem er Marie, der Gebärenden, hilft. Denn diese hat Schwierigkeiten mit der Geburt, ist dem Tode nahe…
Hier unterbrach Alexander Schulz, denn er hatte fast schon das Gefühl, dass Astrid zu viel verrät. Als Nächstes wurde darauf eingegangen, dass Wildpflanzen und Natur in allen Büchern Astrids eine große Rolle spielen. In ihrem Roman sucht sie nach ihren Wurzeln, verarbeitet die Geschichte der Eltern. Jedoch gibt es auch viel Fiktion.
Ramona Füßinger fragte, ob Astrid bei ihren Recherchen in den Archiven überraschende historische Entdeckungen gemacht hat. Ja, die deutschen Soldaten wurden in der Bretagne zunächst bejubelt, weil sich die Bretagne von Frankreich loslösen wollte und die Deutschen Ihnen dies zugesprochen haben.
Astrid erzählte auch von ihrem wunderbaren Lektor, dem sie vertrauen, von dem sie lernen kann und der eine Bereicherung ist. Zwar diskutieren sie manchmal, aber können sich auch einigen.
Nochmal zum Roman «Nur ein kurzer Sommer»: Die Rahmenhandlung spielt in der Gegenwart, es gibt eine Parallelhandlung, die im Schwarzwald spielt und da geht es um einen kleinen Jungen, der hat einen Hund namens Bobbele und lebt in einer Welt der Erwachsenen. Der Junge DURFTE zum Beispiel aus Zeitungspapier Klopapier schneiden. 1962 geht die Geschichte dann weiter.
Als Nächstes ging‘s ums Cover. Das war vielleicht was! Wir wurden gefragt, ob uns das Cover gefällt und wie uns die Cover gefallen hätten, die in der engeren Auswahl standen. Das hat für rege Diskussion im Chat geführt. «WIR LIEBEN IHRE COVER» schrieb eine Teilnehmerin.
Am Schönsten fand ich aber die Antwort von Astrid auf die Frage von Ramona Füßinger, ob Liebe alles überwinden kann. «Ja.» Das sei auch die Botschaft des Romans.
Zum Schluss hat Alexander Schulz uns noch seinen Hund gezeigt. Der war so niedlich! Und Leseexemplare (die nicht gereicht haben) wurden am Ende von Juliana verteilt.
Vielen Dank an Astrid Lehmann, Alexander Schulz und Ramona Füßinger für den Besuch!
Laura Heinloth, 237. Block